Jugendfeuerwehr übt mit THW

bild34_0510LAMPERTHEIM – Das Betriebsgelände des Gemüsebaus Schmidt in den Böllenruthen war am Samstagnachmittag Schauplatz einer eindrucksvollen Großübung, an der über sechzig Teilnehmer der Jugendfeuerwehren Lampertheim und Viernheim zusammen mit der Jugend des Technischen Hilfswerks Lampertheim (THW) bei Dauerregen beteiligt waren. Zu bewältigen war eine Schadenslage nach einem Zusammenstoß in der Hallendurchfahrt, ein LKW mit Anhänger hatte einen Kleintransporter gerammt, der Feuer fing und für eine gewaltige Rauchentwicklung sorgte. Rauch zog auch in die benachbarte Halle, insgesamt waren neun Verletzte zu retten. Eine Person war unter einem Fahrzeug, eine andere im Führerhaus eingeklemmt. Mit technischem Gerät aus dem THW-Gerätekraftwagen und der Feuerwehr gelang es den Rettungskräften gemeinsam, diese Verletzten ins Freie zu bringen.

Es ist schon erstaunlich, was eine Nebelmaschine zustande bringt – innerhalb weniger Minuten war die  große Lagerhalle mit dichtem Nebel gefüllt und sogar in der benachbarten,  zu beiden Seiten offenen Hallendurchfahrt waberten dicke Nebelschwaden, die sich im Gegenlicht zu dunklen Rauchwolken verdichteten. Das erschwerte den großen Innenangriff und die Verletztenrettung erheblich, denn die Sicht reichte zeitweise nur fünf bis zehn Meter weit. Die Situation stellte sich ziemlich real dar, lediglich das Feuer fehlte, der Disconebel-Rauch war völlig ungefährlich und die prall mit Wasser gefüllten Schläuche wurden nach den gut halbstündigen Lösch- und Rettungsarbeiten  ohne Spritzeinsatz wieder zusammengepackt. Den Strom für Geräte und Luftgebläse lieferte ein Generator, den die Funkerbesatzung des großen Einsatzleitwagens des Kreises Bergstraße für den Katastrophenschutz des Landes Hessen in Betrieb genommen hatte. Als Verletzte hatten sich junge Nachwuchskräfte zur Verfügung gestellt, die auf Tragen in Sicherheit gebracht wurden. Konzentriert und kräftig packten die Retter an den vier Tragegriffen zu. Aber auch ein paar Dummys waren aus gefährlicher Lage zu retten. Die Atemschutzgeräteträger waren mit Nachbildungen ausgerüstet, bewegten sich in der verrauchten Halle jedoch in Bodennähe fast so wie es echte Einsatzkräfte tun. Geräte und viele Meter Schlauch waren nach der Großübung wieder zu verstauen, eine Arbeit, bei denen die jungen Leute sehr routiniert vorgingen.

Die Rollläden an den Fahrzeugen wurden heruntergelassen und dann, nach insgesamt einer Stunde, war die Großübung beendet. Die Übung bedeutete Anstrengung und Aufmerksamkeit, doch sie machte den jungen Leuten  augenscheinlich auch Spaß. Stadtbrandinspektor Klaus Reiber und Wehrführer Ralf Reiber hatten die Lage im Blick, waren aber nicht in einer erkennbaren Hauptrolle dabei. Zu den Nachbesprechungen mit den Jugendwarten und Betreuern fanden sich die Nachwuchskräfte unter freiem Himmel zusammen. In der offenen Halle trafen sich die Übungsteilnehmer abschließend zu einem Imbiss. Im Einsatzleitwagen mit der Funkzentrale hing nach einer ersten Ortsbegehung zu Übungsbeginn eine gezeichnete Lageübersicht an der Wand, die Benjamin Ihrig und Thorsten Gutschalk im Blick behielten. Anders als sonst war der Einsatzleitwagen des Kreises vor allen anderen Teilnehmern vor Ort, denn bei dieser Großübung waren einige Vorarbeiten zu leisten, berichtete Gutschalk im Pressegespräch.

Das Fahrzeug als einziges seiner Art im Kreis werde sonst nur zu größeren Schadensfällen gerufen. Der Lampertheimer Jugendwart Sebastian Herweh zeigte sich mit der Leistung der Jugend zufrieden, auch „die Zusammenarbeit hat gut geklappt“. Mit zehn Kindern und Jugendlichen sowie zwei Betreuern hatte THW das teilgenommen. THW-Jugendbetreuer Florian Hoppner erklärte den Übungszweck: „Die Theorie wurde vermittelt, in der Übungspraxis lernt die Jugend zum Beispiel mit Hektik und Lautstärke im Einsatz und anderen Trupps umzugehen. Wie Herweh kann er sich gut vorstellen, wieder einmal gemeinsam zu üben. Die Viernheimer waren mit Löschfahrzeug und Bus gekommen, mit ELW 2, drei Löschfahrzeugen und Bus war die Lampertheimer Feuerwehrjugend zur Großübung angerückt. Das THW setzte einen Gerätekraftwagen (GKW) und Bus ein.

Text: Tip-Verlag 06.10.2013

Bilder: RMH-Fototeam

 

 

FacebookTwitterGoogle

Email erfolgreich versendet.

E-Mail
Feuerwehr Lampertheim © 2013
Sitemap     Webmail