Feuerwehr öffnet ihre Türen

LAMPERTHEIM. Manchmal mehrmals die Woche, auch in der Nacht, muss die Feuerwehr Lampertheim-Mitte Einsätze fahren. Doch wie geht das Löschen, Bergen, Retten und Pumpen genau vor sich? Darüber konnte sich die Bevölkerung beim traditionellen “Tag der offenen Tür” informieren und auch selbst Hand anlegen.

HLA_0105_TagoffeneTuer_09Um erfolgreich arbeiten zu können, brauchen die Lebensretter die entsprechende Ausstattung. Nur damit, Löscheimer von Hand zu Hand zu reichen oder per Muskelkraft eine Spritze durch Lampertheim zu ziehen, ist es heute längst nicht mehr getan. Zu vielfältig sind die Aufgaben der Florianjünger geworden. Die trotz des nicht idealen Wetters dennoch zahlreich erschienenen Gäste konnten das Technische Zentrum besichtigen, einen Blick in die Feuerwehrautos mit all ihren Gerätschaften und Schläuchen werfen oder auch selbst einmal hinter dem Lenker Platz nehmen.
Apropos Schläuche: Am Abend zuvor hatte auch wieder die Party am Schlauchturm stattgefunden. Rund 1500 vor allem junge Leute waren zum Abfeiern in den Mai hinein gekommen. Für die musikalische Unterhaltung sorgte DJ Rick aus Bürstadt. Einmal mussten die Nachbarn der Polizeistation bei einer kleinen Rangelei einschreiten, ansonsten gab es keine besonderen Vorkommnisse.
Kurze Nacht
Nur die Nacht war für die meisten Florianjünger kurz. Schließlich ging es schon am Morgen weiter. Viele Besucher waren gewiss auch wegen des traditionellen Spargelessens gekommen, aber auch Bratwürste, Pommes und Eintopf standen auf der Speisekarte. Als Nachtisch lockten die vielen leckeren Kuchen, Torten und Erdbeerbecher in der Cafeteria der Kinderfeuerwehr.
Um die Unterhaltung der jüngeren Gäste kümmerte sich die Jugendfeuerwehr mit Aktionen wie dem Brandhaus, dem “heißen Draht” dem “Glücksrad” oder dem “Preiseangeln”. Am Nachmittag zeigte die Einsatzabteilung wie ein Gasfeuer bekämpft wird und die Jugendfeuerwehr demonstrierte einen Löschangriff. Nachwuchsprobleme haben die Lampertheimer Florianjünger glücklicherweise nicht.
Genutzt wird er zwar schon seit Oktober, doch beim “Tag der offenen Tür” wurde auch der neue Einsatzleitwagen (kurz ELW 1) durch Bürgermeister Gottfried Störmer offiziell seiner Bestimmung an Wehrführer Ralf Reiber übergeben. Der Vorgänger dieses Fahrzeugs hatte nach 27 Dienstjahren ersetzt werden müssen.
Der umgebaute Ford Transit ist quasi ein mobiler Arbeitsplatz, der bei Großeinsätzen zum Führungsfahrzeug wird. Der Wagen verfügt über drehbare Fahrer- und Beifahrersitze, so dass von hier aus auch die Funkanlage bedient werden kann. Des Weiteren hat der ELW 1 einen fest installierten Computer, sein hinterer Teil ist mit einem Tisch und Sitzplätzen versehen, so dass er als Besprechungsraum genutzt werden kann. Außerdem kann eine Markise ausgefahren werden, so dass er auch für längere Zeit als Aufenthaltsraum dienen könnte.
Natürlich darf auch die feuerwehrtechnische Ausstattung in Form von Stromerzeuger, Helmen, Fluchthauben, Megaphon, Verbandsmaterial und Feuerlöscher nicht fehlen, sonst wären die finanziellen Mittel für die Anschaffung des Fahrzeugs gar nicht genehmigt worden. Die Kosten waren durch die Sonderausstattung entsprechend hoch. Das 120 000 Euro teure Fahrzeug wurde über Mittel des Landes, des Kreises und der Stadt finanziert.
Auch der Feuerwehrverein trägt zur zeitgemäßen Ausstattung der Florianjünger bei. So konnte Vereinsvorsitzender Ralf Klotzbach eine Tragkraftspritzenpumpe im Wert von 10 500 Euro sowie eine Wärmebildkamera für etwa 5000 Euro an die Kollegen übergeben.
Wehrführer Ralf Reiber sprach seinen Kameraden aus dem Herzen, als er erklärte: “Wir sind froh, dass wir so ein modernes Fahrzeug und die entsprechende Ausstattung haben und hoffen gleichzeitig, dass wir sie so wenig wie möglich brauchen werden!”

Text: Südhessen Morgen, Samstag, 02.05.2015
Bilder: Feuerwehr Lamperhteim

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