Kunststofftonnen statt Sandsäcke

IMG_5329Möglichkeiten der Deichsicherung wurden am Samstag auf dem Parkplatz an der Brücke zum Biedensand demonstriert. Die Wehren der BASF sowie aus Biblis und Worms hatten Abordnungen geschickt, um sich bei dieser Gelegenheit über moderne Formen der Deichverteidigung zu informieren.

An der Übung beteiligt waren neben der Lampertheimer Feuerwehr auch das THW, die DLRG und der städtische Bauhof, die in der Lampertheimer Wasserwacht zusammengefasst sind. Insgesamt 72 Katastrophenhelfer mit etlichen Fahrzeugen hatten sich eingefunden, um sich über die Vielfältigkeit der Systeme zu informieren.

“Gewalt des Wassers”

Passend zur Veranstaltung zeigte der Rhein wieder sein ernstes Gesicht, denn bedingt durch Regen und Schneeschmelze meldete Koblenz Hochwasser. Bürgermeister Gottfried Störmer begrüßte die ehrenamtlichen Teilnehmer und dankte für deren Engagement in Sachen Hochwasserschutz. “Wir in Lampertheim haben ja schon leidvolle Erfahrung mit der Gewalt des Wassers gemacht”, erinnerte er an frühere Hochwasserereignisse und stellte dabei die Vorsorge in den Vordergrund. Drei konkurrierende Systeme demonstrierten anschließend ihre Funktionstüchtigkeit, wenn der Schadensfall eintritt oder ein Dammbruch zu erwarten ist. Stadtbrandinspektor Klaus Reiber, zuständig mit seinen Helfern für 12,25 Stromkilometer, erläuterte ein System von Gitterboxen, die mit Geotextil ausgeschlagen und mit Sand gefüllt werden. Dieses System hat sich kürzlich in Biblis bewährt. “Den Raumbedarf bei der Lagerung, die Höhe des Personaleinsatzes und die Transportmöglichkeiten sind Faktoren, die heute im Vordergrund stehen”, meinte der Inspektor.

Mit Wasser gefüllte Kunststofftonnen stellte die Firma Aquariwa als Mittel der schnellen Deichsicherung vor. Ein kleiner Lkw kann für 200 Meter Sicherungsmaterial transportieren, erläuterte Professor Reinhard Ries die technische Seite. Alternativ kann ein flexibler Kunststoffschlauch mit Wasser gefüllt werden.

Daneben tritt die personalintensive Sandsackverdämmung immer mehr in den Hintergrund. Das sieht auch Martin Hofmann so, im Regierungspräsidium Darmstadt verantwortlich für das Wasserwesen. Früher mussten die Feuerwehren die Sandsäcke zur Stärkung der Deiche bringen, dies sei heute dank neuer Technik nicht mehr notwendig.

© Südhessen Morgen, Montag, 11.05.2015

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