Feuerflitzmäuse sind schneller als Flammen

Vor fünf Jahren hat der Hofheimer Feuerwehrmann Andreas Schneider die Abteilung „Kinderfeuerwehr“ aus der Taufe gehoben: Mit Gattin Tanja, Steffi Bär, Paul Helbig, Lars Wahl und Marcel Bär begann mit der Gruppe der „Feuerflitzmäuse“ ein neuer Abschnitt der Nachwuchsarbeit innerhalb der Freiwilligen Feuerwehr Hofheim. Neben den Berufs- und Werksfeuerwehren in großen Städten verdienen vor allem die Freiwilligen Feuerwehren im ganzen Land nach wie vor großen Respekt – opfern doch die aktiven Brandschützer ihre Freizeit dem ehrenamtlichen Einsatz zum Schutz und zur Hilfe der Bevölkerung.

Um so wichtiger ist es, beizeiten neue Nachwuchskräfte zu motivieren, um Brandbekämpfung und Hilfeleistungen auch in ländlichen Gebieten auch weiterhin zu gewährleisten. In Hofheim gibt es seit 51 Jahren eine Jugendfeuerwehr, deren Mitglieder zwischen zehn und 17 Jahren alt sind. Viele hier engagierte junge Leute treten mit 18 Jahren in die Einsatzabteilung über, oft auch, weil sich in den Jugendjahren bereits eine feste Kameradschaft entwickelt hat.

 

Die jüngste FFW-Gruppe spricht Kinder von sechs bis zehn Jahren an – und das mit einem bemerkenswerten Erfolg: Von Beginn an zählten die Feuerflitzmäuse konstant zwischen 15 und 20 Kinder, die alle zwei Wochen an den Gruppenstunden im Feuerwehrgerätehaus teilnehmen, vor Kurzem sind vier Neulinge hinzugekommen.

Das Betreuerteam um Andreas Schneider vermittelt in altersgerechter Weise erste Kenntnisse von technischer Feuerwehrausrüstung, erklärt die verschiedenen Fahrzeuge und Einsatzgebiete der Floriansjünger. Damit Spiel und Spaß nicht zu kurz kommen, bietet das jährliche Programm eine Menge Abwechslung: Als zum Beispiel im August 2012 sommerliche Temperaturen herrschten, wurde auf dem Vorplatz des Feuerwehrgerätehauses im Badedress mit „Wasser marsch“ das Feuer-Löschen geübt.

Unter anderem ging es im April 2014 im Bürstädter Wald bei einer Schnitzeljagd auf Schatzsuche. Im März 2015 standen „Notfall-Übungen“ an, wobei eine technische Hilfeleistung bei einem Unfall simuliert und eine Katze (Stofftier) mit einer Spezialleiter von einem Baum gerettet wurde.

Besondere Höhepunkte bildeten die Ausflüge: Im Lorscher Feuerwehrmuseum staunten die Hofheimer über die früheren Ausrüstungen der Wehrleute, im Juli 2015 besuchte die Truppe die „Weiße Grube“ in Imsbach mit einer Zeitreise durch die dortige Bergbaugeschichte. Letztes Jahr erkundete der Nachwuchs die Tierwelt im Heidelberger Zoo, eine Übernachtung im Gerätehaus bildete ebenfalls ein spannendes Ereignis. Mittlerweile sind sieben Kinder in die Jugendwehr übergewechselt, und die „zweite Generation“ wächst bereits nach. Teamchef Schneider fasst zusammen: „Wir haben vor fünf Jahren ein ‚Kind‘ auf Welt gebracht, das sich prächtig entwickelt hat. Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass wir das Niveau der vergangenen Jahre halten und, wenn möglich, noch verbessern können.“

Der Hofheimer Beitrag zur Nachwuchsförderung ist mittlerweile über die Ortsgrenzen hinaus bekannt – deutlicher hätte es Kreisbrandmeister Rainer Agostin März in seinem Grußwort anlässlich der Jahreshauptversammlung der Hofheimer Feuerwehr im vorigen Jahr nicht auf den Punkt bringen können: „Mir lacht das Herz, wenn ich diese Jugendarbeit sehe; das ist ein Fundament, auf das man bauen kann!“

 

Text & Bild: Lampertheimer Zeitung vom 26.04.2017

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