Offenes Feuer momentan absolut tabu

FeuergefahrLampertheim.Die Waldbrandgefahr ist extrem hoch – auch im Lampertheimer Forst. Darauf weisen entsprechende Hinweisschilder im Wald hin und Forstamtsleiter Ralf Schepp unterstreicht im Gespräch mit dem “Südhessen Morgen” die gefährliche Situation. Die extreme Hitze und der fehlende Niederschlag in den vergangenen Wochen hätten den Waldboden sehr austrocknen lassen. Deswegen könne schon der kleinste Funke verheerende Auswirkungen haben.

Feuer jedweder Art ist im Moment im Wald strikt verboten: egal ob beim Grillen, Rauchen oder als Lagerfeuer, all das geht gerade gar nicht. Und noch etwas sollten Waldbesucher laut Schepp beachten: Ihre Autos oder andere motorisierten Fahrzeuge sollten sie nur auf ausgewiesenen Parkplätzen abstellen. Denn durch heiße Katalysatoren könne sich trockenes Gras oder Gestrüpp unterm Wagen leicht entzünden. Das richtige Parken sei aber noch aus einem weiteren Grund wichtig: Fahrzeuge, die am Wegrand abgestellt würden, könnten der Feuerwehr im Ernstfall die Zufahrt zum Brandort erschweren und so Löscharbeiten behindern. Deswegen appelliert der Forstamtsleiter an alle Waldbesucher: Fahrzeuge nur auf dafür vorgesehenen Parkplätzen abstellen. Prinzipiell habe er aber den Eindruck, dass die Menschen, die im Wald oder am Waldrand unterwegs seien, sich der akuten Waldbrandgefahr durchaus bewusst seien. Die meisten Brände der vergangenen Jahre seien in der Regel nicht durch Unachtsamkeit oder falsches Verhalten entstanden, sondern absichtlich verursacht worden. Er erinnert an das Jahr 2015, in dem es etliche Fälle von Brandstiftung im Viernheimer/Käfertaler Wald gab. Ein Täter sei bisher nicht ermittelt worden.

Erhöhte Alarmbereitschaft

Forst und Feuerwehr seien auf jeden Fall im Moment in erhöhter Alarmbereitschaft, auch wenn das ein oder andere Gewitter für eine Hitzeunterbrechung sorgen sollte. Bis der Waldboden wieder feucht genug ist, um sich nicht mehr zu entzünden, müsse schon eine Menge Regen fallen. Schepp betont, dass das Forstamt Lampertheim einen guten, engen Kontakt zu den Feuerwehren in seinem Gebiet pflegt. Die Forstleute könnten im Ernstfall die Wehren vor allem mit ihren guten Ortskenntnissen unterstützen, so Schepp.

Könnte ein Brand im hiesigen Wald so schlimme Ausmaße annehmen wie die jüngste Katastrophe in Portugal? “Nein”, schließt Schepp so etwas für unsere Region aus. Zum einen, weil die Geländeverhältnisse und die Vegetation hier ganz anders seien. Zum anderen, weil der Wald sehr gut mit Wegen erschlossen sei. “Wir haben hier eine viel bessere Infrastruktur, so dass die Feuerwehr schnell vor Ort sein kann.” Außerdem wären im Wald ständig so viele Besucher unterwegs, dass in der Regel Brände schnell entdeckt und gemeldet würden. Für diesen Fall seien Mobiltelefone durchaus ein Segen. Auch die Tatsache, dass die Polizei wegen der nahen Autobahnen viel mit dem Hubschrauber über den Wald fliege, sei ein klarer Vorteil, so Schepp.

Text und Bild: Südhessen Morgen

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