Seit zehn Jahren wird der Nachwuchs der Feuerwehr Lampertheim-Mitte gefördert

2017 Übernachtung KinderfeuerwehrLAMPERTHEIM – (pam). Was es heißt, ein echter Brandschützer in Bereitschaft zu sein, das konnte am Freitagabend der Nachwuchs der Freiwilligen Feuerwehr Lampertheim erleben: Die Mädels und Buben übernachteten gemeinsam im Gerätehaus in der Florianstraße. Ein Ereignis mit zehnjähriger Tradition – so lange gibt es die Kindergruppe schon.

Mit vereinter Muskelkraft stellen sie die Feldbetten in der Halle auf: Markus Mak, der seit 29 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr tätig, ist und Mutter Sandra Anlauff, deren Söhne Tim und Felix (beide zehn Jahre) zum ersten Mal bei der Übernachtung dabei sind. „Das ist alles ziemlich aufregend, auch für uns Eltern“, gesteht die Mutter, die für den kinderfreien Abend aber nicht etwa Essengehen oder Kinobesuch geplant hat: „Wir haben die Kinderzimmer der Jungs renoviert und heute Nacht wird alles eingeräumt“, erklärt Anlauff voller Tatendrang. Doch das interessiert die Zwillinge nicht. Sie sind gerade dabei, ihre Schlafsäcke auszubreiten.

„Unsere Mitglieder sind im Alter zwischen sechs und zehn Jahren, und diese Übernachtungen finden jedes Jahr statt“, erklärt Benjamin Raßel, Leiter der Kinderfeuerwehr. Seit einem halben Jahr ist er mit seiner Stellvertreterin Lucy Wiebel im Amt und hat damit unter anderem Irene Jakob abgelöst. Die war es nämlich, die vor zehn Jahren gemeinsam mit ihrem Mann Karl und Helmut Wetzel die kostenfreie Kinderstunde ins Leben gerufen hat. „25 Kinder haben wir etwa betreut und so spielerisch auf den aktiven Dienst vorbereitet“, sagt Jakob stolz. Einige ihrer ehemaligen Schützlinge hätten diesen Wechsel auch tatsächlich vollzogen. Deshalb hält man am Konzept fest. „Wir sind sieben Betreuer und üben beispielsweise Knoten binden und Schlauch benutzen“, fährt der Leiter Benjamin Raßek fort. Auch bei der Übernachtung wird gespielt, eine Nachtwanderung gemacht, uns es werden gemeinsam Hamburger belegt. Anlässlich des zehnten Geburtstages war man mit den Kindern vor wenigen Wochen sogar im Wachenheimer Kurpfalzpark. Für die Kinder kostenfrei.

Bei der Feuerwehr hofft man auf weitere Neuzugänge. „Wer möchte, kann gern mal dazustoßen“, appelliert Raßek an Interessierte. Auf die Frage, ob der Job bei der Feuerwehr denn eher ein Jungsding sei, muss er schmunzeln: „Eigentlich nicht. Aber ich glaube, im Kindesalter strahlt das für die Buben eine besondere Faszination aus.“ Dann dringen Rufe durch den Raum. Der Gruppenleiter soll endlich zum Spielen ins Gerätehaus kommen. Und so wird klar: Hier geht es nicht nur um Nachwuchsgewinnung, sondern auch um Gemeinschaft, soziale Integration und Erlebnis. „Wenn ein Notruf in der Nacht einginge, würden die Kinder geweckt“, sagt Irene Jakob. Doch das sei in den vergangenen zehn Jahren noch nie der Fall gewesen. „Der Nervenkitzel ist aber trotzdem da. Wann kann man schon mal auf der Wache schlafen? Das mache normalerweise nur Berufsfeuerwehrleute“, weiß die Betreuerin. Und Felix, einer der beiden Zwillinge, bringt es auf den Punkt: „Wir hoffen nicht, dass es brennt. Aber wenn, dann sind wir gespannt, was passiert!“

Text: Lampertheimer Zeitung

Bilder: Feuerwehr Lampertheim

FacebookTwitterGoogle

Email erfolgreich versendet.

E-Mail
Feuerwehr Lampertheim © 2013
Sitemap     Webmail