007 – Hilfeleistung Bahn

ICE bleibt wegen gerissener Oberleitung bei Lampertheim liegen

In einem Zug eingesperrt zu sein, dessen Fenster man nicht öffnen kann, ist für viele keine angenehme Vorstellung. Genau das ist 710 Passagieren am Montagabend bei Lampertheim passiert. Sie mussten mehr als vier Stunden in einem ICE ausharren, bis sie in einen Ersatzzug wechseln konnten.

In Dortmund war er losgefahren, sein Ziel war München. Wegen eines Oberleitungsschadens auf der Riedbahn zwischen Biblis und Lampertheim musste der ICE einen Umweg über Worms und die Eisenbahnbrücke, die über den Rhein führt, nehmen. Doch auch hier, unmittelbar nach der Brücke, bei Lampertheim-Hofheim machte die Technik der Bahn und ihren Reisenden einen Strich durch die Rechnung: Um 19.20 Uhr beschädigte der ICE mit seinem Stromabnehmer die Leitung, der abgerissene Fahrdraht fiel auf den Zug und brachte diesen dann zum Stehen. Aus Sicherheitsgründen wurde der Strom abgeschaltet, die Türen mussten vorerst geschlossen bleiben, bis ein Wartungstrupp der Bahn das Kabel wieder aufgehängt hatte. Dank der Notstromversorgung mittels Batterien konnten Heizung und Lüftung erst einmal weiterbetrieben werden.

Zahlreiche Rettungskräfte machten sich auf den Weg zur Eisenbahn-Vorlandbrücke. Der Sanitätsdienst musste nur einen Mann behandeln, der sich an der Schulter verletzt hatte. Wesentlich mehr zu tun hatten die Feuerwehren: Die Einsatzkräfte aus Lampertheim sowie den Stadtteilen Hofheim und Hüttenfeld leuchteten den 500 Meter langen Zug aus, denn am hessischen Rheinufer gibt es keine Beleuchtung. Dabei halfen Aktive des THW Lampertheim und die Feuerwehr Heppenheim stellte ihr Lichtmast-Fahrzeug zur Verfügung. Die Lampertheimer Wehrleute versorgten gemeinsam mit den Rettungskräften die Reisenden durch eine Tür mit Getränken, denn der Vorrat im Bordrestaurant war zur Neige gegangen. Nachdem die Luft im Zug schlecht wurde, belüfteten die Wehrleute den Innenraum des ICEs. Zeitweise waren laut dem Lampertheimer Stadtbrandinspektor Klaus Reiber 133 Einsatzkräfte vor Ort.

Nach etwa vier Stunden kam der Ersatzzug. Mittels zweier Stege wechselten die Fahrgäste mitsamt ihrem Gepäck von einem ICE in den anderen. Kurz nach Mitternacht war der Umstieg beendet, der Zug brachte die Fahrgäste nach München. “Das ging relativ ruhig vonstatten, wenngleich die Fahrgäste natürlich nicht gerade belustigt waren”, meinte der Lampertheimer Stadtbrandinspektor. “Da es sich um eine schwer zugängliche Stelle handelte, konnten wir die Fahrgäste nicht mit Bussen abholen. Daher mussten sie auf einen Regelzug warten”, sagte eine Bahn-Sprecherin. Die Oberleitung auf dieser Strecke (Nibelungenbahn) wurde noch in der Nacht repariert, der liegen gebliebene ICE abgeschleppt.

Text: Echo Online vom 13.03.2018, Oliver Lohmann

Bilder: Torsten Gutschalk

Einsatznummer: 007
Datum 12.03.2018
Uhrzeit: 20:46 Uhr
Einsatzstelle: Hofheim, Eisenbahnbrücke
Einsatzdauer: 6:00 h
Stichwort: H2 – Hilfeleistung Bahn
Ausgerückte Fahrzeuge: Kdow; LF 16/12; StLF 20/25; GW-L1 HW; MTF 1; MTF 2
Weitere Anwesende: Feuerwehr Lampertheim, Feuerwehr Hüttenfeld, Feuerwehr Heppenheim, SEG Betreuung Viernheim, Rettungsdienst, THW, Polizei, Notfallmanager DB

 

FacebookTwitterGoogle

Email erfolgreich versendet.

E-Mail
Feuerwehr Lampertheim © 2013
Sitemap     Webmail