Jugendfeuerwehr trainiert verschiedene Szenarien bei 24-Stunden-Großübung

FTG_20180615-5371LAMPERTHEIM – „Hilfe, es brennt! Bitte, kommen Sie schnell!“ Jetzt nur nicht in Panik geraten, sondern sachlich denken und schnell handeln. Was es im Ernstfall alles zu beachten gilt und wie Rettung, Bergung und Löschung vor Ort aussehen sollte, das lernten am Wochenende 28 Jugendliche der Freiwilligen Feuerwehr Lampertheim. Bei einer 24-Stunden-Übung fuhren sie zu mehreren Einsätzen und spielten so mit ihren Betreuern verschiedene Szenarien durch. Eine Maßnahme, um die Kinder im Alter zwischen zehn und 17 Jahren an die Tätigkeit eines Aktiven heranzuführen und so den Nachwuchs zu sichern.

Noch sitzen Betreuer Robin Holzwarth (17) und sein Schützling Fabio Sanna (14) auf der kleinen Terrasse in der Florianstraße. Spannende Stunden liegen hinter ihnen: Gemeinsam hat man einen überfluteten Keller ausgepumpt, Menschen aus einer verrauchten Garage gerettet, einen Ertrinkenden aus den Biedensand-Bädern gefischt – und gemeinsam Hotdogs gefuttert. Denn 24-Stunden-Übung, das ist wie Ferienzeltlager mit Aktion und Adrenalin. „Ich bin schon zweimal dabei gewesen. Wenn ich erwachsen bin, will ich Feuerwehrmann werden. Am liebsten sogar hauptberuflich“, ist sich Fabio sicher, und Robin muss schmunzeln: „Er ist eben Feuer und Flamme. Genau das brauchen wir!“ Mithilfe der Stadt sowie befreundeter Vereine und Institutionen, aber auch Privatpersonen hat man die einzelnen Schauplätze in der Stadt aufgebaut. Seit Freitagnachmittag geht so in regelmäßigen Abständen ein Notruf ein. „Wir haben auch Jugendliche in der Zentrale angestellt, damit sie die Aufnahme eines Notrufes üben können“, erzählt Robin Holzwarth. Er selbst ist bei der Feuerwehr, weil er mit seinem Hobby etwas Gutes tun möchte. „Wenn ich dann sehe, dass es hier junge Menschen mit der gleichen Motivation gibt, dann ist das echt ein tolles Gefühl!“ Gemeinsam hat man es auch geschafft, alle Situationen und jedes Feuer zu bändigen. „Wir waren zum Beispiel bei der Kita in der Saarstraße. Dort galt es ein Lagerfeuer zu löschen“, wirft Ayleen Häse ein. Die 17-Jährige wird nach ihrem Geburtstag zu den Aktiven wechseln. Will dann als Betreuerin der Jugend weiter agieren und hält die Frauenquote hoch. „Ja, bei der Feuerwehr sind noch mehr Jungs. Wir sind aber auch einige Mädels“, sagt sie stolz.

Eine von ihnen ist auch Sabine Roth. Ihre Löschgruppe – man hat die Kinder auf drei Einsatzfahrzeuge verteilt – wird als Erstes zum Großeinsatz zur Hans-Pfeiffer-Halle gerufen. „Auch wenn man bei manchen Meldungen eigentlich von Fehlalarm ausgehen kann, nehmen wir natürlich alles ernst. Man kann ja nie wissen und wir wollen und müssen helfen“, so Christian Seelinger. Zwar habe man mit insgesamt 45 Kindern aktuell keine Nachwuchsprobleme, doch freue man sich immer über Neuzugänge: „Jeder ist bei uns willkommen.“ Im nächsten Jahr findet wider eine Großübung statt. Ein 24-Stunden-Training, das gibt es nur alle zwei Jahre – und das bedarf viel Planung und Vorlaufzeit.

Text: Lampertheimer-Zeitung

Bilder: Foto-Gutschalk

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