Rauch aus der Disco-Nebelmaschine

FTG_20180823-3638LAMPERTHEIM.Künstliche Aufregung in der Kindertagesstätte Schwalbennest: Rauch dringt aus der inklusiven Kita der Lebenshilfe Lampertheim und Ried. Die starke Qualmentwicklung hat die Rauchmelder reagieren lassen, die haben Alarm ausgelöst – so stellt sich das Szenario dar. Stadtbrandinspektor Klaus Reiber, der am Eingang der Kindertagesstätte anzutreffen ist, erklärt später, dass der Rauch von einer Disco-Nebelmaschine produziert wurde. Und dass der Vorfall in der Kita nur eine Brandschutzübung ist, bei der der Ernstfall geprobt wird.

Zwei Feuerwehrautos mit Signalton kommen von der Saarstraße und stoppen vor der Kita. Zuerst hält das brandneue Staffellöschfahrzeug, ein Hilfeleistungstanklöschfahrzeug, und dahinter ein Drehleiterfahrzeug. Die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Lampertheim Mitte springen aus den Fahrzeugen. Nicolas Braun ist der Gruppenführer des zuerst eintreffenden Fahrzeuges.

Er trifft die kommissarische Kita-Leiterin Tülay Chronis vor der Einrichtung und erkundigt sich bei ihr über den Auslöser des Brandes und die aktuelle Situation. „Ich habe Rauch im vorderen Bereich gesehen, dann gingen die Brandmelder los und ich habe die Feuerwehr alarmiert“, berichtet Chronis. Braun vermutet, dass sich wohl Schriftstücke und Zeitungen im Papierkorb entzündet hatten. Also kann mit Wasser gelöscht werden, registriert der Gruppenführer. Und dann ist noch zu erfahren: Bei der Wehr geht Sicherheit und Gründlichkeit vor Schnelligkeit. Denn Gruppenführer Braun will obendrein wissen, ob noch Personen in der Einrichtung sind. Chronis kann die Frage verneinen.

Die Erzieherinnen haben die Kita evakuiert und die Kinder nach draußen gebracht. Braun ist erleichtert. Er tritt vor die Mannschaft und weist den Angriffstrupp zur Brandbekämpfung ein. Die Kameraden wissen, was zu tun ist. Schnell werden die Schläuche gelegt, ein Hohlstrahlrohr gesteckt und die Einsatzkräfte betreten mit Atemschutzausrüstung die Kita. Mit der Maske schützen sich die Feuerwehrleute gegen gasförmige Gifte, und die mitgeführten Atemluftflaschen geben die Möglichkeit, dass die Einsatzkräfte länger in der Einrichtung bleiben können.

„Als Erstes brauchen wir die Information, ob noch Personen im Gebäude sind, dann bekämpfen wir den Brand und treffen Maßnahmen, damit er sich nicht weiter ausbreiten kann“, betont Gruppenführer Braun. „Der Brandrauch ist giftig“, verdeutlicht der zweite Gruppenführer und Rettungssanitäter Stefan Roth. Deshalb muss der Rauch aus der Kita raus, damit wir arbeiten können“, sagt Roth und stellt ein Belüftungsgerät im vorderen Bereich der Kita auf.

Die Evakuierung der Räume mit den Kindergruppen sei entspannt und ruckzuck abgelaufen, schlussfolgert die Leiterin der Kita. „Schließlich kennen sich die Mitarbeiterinnen gut aus, sie werden im Brandschutz geschult“, kann die Leiterin bestätigen. Auch als das schrille Signal des Alarms ertönte, seien die Kinder ruhig geblieben und hätten ohne Zögern und Ängste die Anweisungen der Erzieherinnen befolgt.

„Der Fluchtweg führt zu einem Sammelplatz, in Höhe der Frühförderstelle, und dort halten sich jetzt die Kinder und Erzieherinnen auf“, erläutert Chronis. „Es war in dem Übungsszenario ein Gebäudebrand gemeldet worden, die Wehr war schnell da, und die Räumungsaktion hat gut geklappt“, resümiert Reiber. Auch Kreisbrandinspektor Wolfgang Müller verfolgt die Übung und ist zufrieden.

Am Schluss der Übung legen die Kameraden wegen der hohen sommerlichen Temperaturen einen Teil ihrer Einsatzkleidung ab und stehen nun den Mädchen und Jungen für Fragen zur Verfügung. Die staunen noch immer, wie schnell die Feuerwehrautos vor Ort waren und wollen wissen, welche Geräte sich im Bauch des neuen Staffellöschfahrzeuges befinden. „Für was braucht ihr denn das?“, fragte ein Steppke mit Blick auf die knallrote Kübelspritze. Zum Löschen, natürlich.

Text: Südhessen Morgen

BIlder: Foto-Gutschalk

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