Brandschützer derzeit immer in Alarmbereitschaft

FTG_BG_6D_20190721-9971SPD-Sommertour Besuch bei der Freiwilligen Feuerwehr in Lampertheim / Allein im Juli bereits 38 Einsätze

Viele Einsätze in diesem Sommer

Der Sommerfahrplan der SPD kommt passend. Gerade die vergangenen Wochen waren für die Feuerwehrleute besonders turbulent. Sie sorgten etwa vergangene Woche dafür, dass 5000 Menschen beim Festival „Tanz der Bässe“ vor einem Unwetter in Sicherheit gebracht werden konnten. Am gleichen Abend waren sie bei dem tragischen Autounfall an der B44 bei Kirschgartshausen im Einsatz ebenso wie bei dem Chemieunfall am Bahnhof Anfang Juli. Gerade in der Sommerhitze ist die Wache auch wegen der akuten Waldbrandgefahr immer in Alarmbereitschaft.

Bei mehrstündigen Einsätzen in der Gluthitze kommen die Einsatzkräfte an ihre körperliche Grenzen. Hinzu kommen diverse Kleinbrände und Hilfseinsätze. Allein im Juli ist die Feuerwehr Lampertheim-Mitte schon 38 Mal ausgerückt. „Ungewöhnlich viel“ ist das aus Sicht von Stadtbrandinspektor Reiber. Es seien zwar auch viele, kleinere Einsätze dabei, bei einer Hausbrandevakuierung in der Ringstraße sei es aber richtig brenzlig geworden. „Bei der letzten Person hätte es keine Sekunde länger dauern dürfen“, sagt Reiber. Das alles leistet die Feuerwehr in Lampertheim rein ehrenamtlich. „Der Einsatzdienst läuft komplett unentgeltlich.“

Die vielen Einsätzen innerhalb kurzer Zeit haben auch das Interesse in der Bevölkerung geweckt. Bei der vierten Montagstour der Genossen inspizieren mehr als 30 Gäste die Wache. „Riesen Respekt und Lob von unserer Seite“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Marius Schmidt zur Begrüßung anerkennend. Man wolle die Feuerwehr weiterhin bestmöglich unterstützen.

„500 000 Euro sind deshalb für eine neue Fahrzeughalle im Haushaltsplan eingestellt“, so Schmidt. Denn die bisherige Halle ist 30 Jahre alt, auch die meisten Fahrzeuge sind älter als 20 Jahre. Doch neues Inventar ist teuer. „Eine Drehleiter allein kostet 820 000 Euro, Schutzweste und -hose 1000 Euro“, erklären die Brandschützer, „da kommt schnell was zusammen“. Wie lange man eine Drehleiter benutzen könne, will ein Bürger wissen. „Ungefähr 25 Jahre“, sagt Reiber, „unsere ist 21 Jahre alt“. Man sei sich bewusst, dass die Freiwillige Feuerwehr auf den ersten Blick eine teure Institution sei. „Aber jeder Gerettete wird es Ihnen danken. Geräte retten Leben“, so der Stadtbrandinspektor.

Kein Ehrenamt wie jedes andere

„Wir übernehmen 365 Tage im Jahr Pflichtaufgaben der Gemeinde, die eigentlich hauptamtlich zu leisten wären“, macht Gutschalk eine neue Rechnung auf, „De facto sparen wir der Gemeinde Geld“.

Die Ehrenamtlichen müssen eine Grundausbildung von mindestens 180 Stunden absolvieren. Dazu kommen 40 Stunden Fortbildung im Jahr, Erste-Hilfe-Kurse und Spezialausbildungen. „Jeder Feuerwehrangehörige leistet jährlich etwa 228 Stunden für Lampertheim“, so Gutschalk. Und es werden immer mehr. Im Vergleich zu 2011 hätten sich die Einsatzstunden schon verdreifacht, die Anzahl der Einsätze mehr als verdoppelt. Dabei beobachten die Floriansjünger eine Verlagerung von Brand- zu Hilfseinsätzen. „Früher war Feuer Grund für die Hälfte der Einsätze, heute sind es noch 14 Prozent“, rechnet Gutschalk vor.

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