079 – Kampfmittelbeseitigung

2014-06-24_Bild_07_Lampertheim – Ein schwacher Knall ertönt, in der Ferne steigen vereinzelt graue Rauchschwaden gen Himmel, und kurzzeitig liegt ein sonderbarer Geruch in der Luft. Die extremen Begleiterscheinungen, die im Rahmen der Bombensprengung am Dienstagabend so mancher Zuschauer gespannt erwartet hatte, waren ausgeblieben. Zumindest gestaltete sich die Situation so rund um den Parkplatz gegenüber der DLRG-Station, wo neben den Mitarbeitern des Lampertheimer Ordnungsamtes und den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr, des Deutschen Roten Kreuzes und des Technischen Hilfswerkes alle Neugierigen in einem Sicherheitsabstand von rund zwei Kilometern die Zündung abgewartet hatten.

Deutlich eindrucksvoller wirkte am Abend dagegen das Bild des Wiesengrundstücks an der NATO-Straße, wo der 500-Kilo-Blindgänger von den Kampfmittelräumdiensten Hessen und Rheinland-Pfalz gesprengt worden war: Ein riesiger Sandkrater, der sich über die Wiese erstreckt, lässt hier erahnen, mit welcher Wucht die Bombe zuvor explodiert war.

Zur Vorgeschichte: Vergangene Woche wurde im Rhein bei Ludwigshafen eine 500 Kilogramm schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg geborgen. Per Schiff wurde die Bombe dann nach Lampertheim transportiert, wo eine Überprüfung der Zünder allerdings ergeben hatte, dass bereits verschiedene Austritte der Masse aus dem Sprengkörper zu erkennen waren. „Die Kampfmittelräumdienste sahen es daher nicht gewährleistet, dass die Bombe gefahrlos entschärft werden kann, weshalb sie sich zur gezielten Zündung, bereits einen Tag früher als ursprünglich geplant, entschlossen haben“, erklärte Sebastian Geschwind vom Ordnungsamt Lampertheim im Gespräch mit unserer Zeitung.

Auch Sprengmeister Horst Lenz, Technischer Leiter des Kampfmittelräumdienstes Rheinland-Pfalz, erklärte seine Bedenken: „Nachdem die Bombe am Donnerstag geborgen wurde, wurde sie zunächst auf einer Plattform abgelegt. Durch den Wechsel vom Wasser ins Trockene hatten sich seit dem Fund allerdings Veränderungen am Sprengkörper ergeben, die nicht kontrollierbar waren“, betonte Lenz, der daher eine gezielte Zündung angeordnet hatte. Für Lampertheim als Sprengort hatten sich die Verantwortlichen deswegen entschieden, weil die NATO-Rampe eine ideale Möglichkeit bot, die explosive Ladung an Land zu befördern. „Außerdem gab es hier inmitten der Wiesengrundstücke den Vorteil, dass nicht alles bebaut ist“, erklärte Lenz. Aufgrund des Wohnungsbaus in Ludwigshafen und rheinabwärts habe man dort keine geeignete Stelle finden können.

Auf dem Wiesengrundstück, etwa zwei Kilometer von der DLRG-Station entfernt, sei dann zunächst ein Loch ausgehoben worden, in das die Bombe hineingelegt wurde. „Der Transport des Blindgängers stellte eigentlich den schwierigsten Teil dar“, betonte der Sprengmeister. Als sich die Bombe dann im Erdloch befand, war zunächst einmal Warten angesagt: Neun große Lastwagen transportierten in Abständen an die 300 Tonnen Sand zur Zündungsstelle, wo dieser die Bombe bedecken sollte. „Die Sandmengen sollten verhindern, dass Splitter austreten können“, erklärte der Experte. Als sich die Verantwortlichen des Kampfmittelräumdienstes in sichere Deckung begeben hatten, wurde der Blindgänger gegen 21.20 Uhr durch die Verlegung eines Kabels und die Verwendung von 18 Kilogramm Plastiksprengstoff ferngezündet.

Von einem „reibungslosen Ablauf“ sprach Lenz im Anschluss an die Zündung, und das sicher auch, weil mit rund 70 Einsatzkräften aller beteiligten Organisationen ein sicherer Rückhalt geboten war.

Text: Lampertheimer Zeitung

Bilder: Robert Hörner

Video RNF 

Einsatznummer: 079
Datum 25.06.2014
Uhrzeit: 15:45 Uhr
Einsatzstelle: Natostraße
Einsatzdauer: 6:00h
Stichwort: H2 – Kampfmittelbeseitgung
Ausgerückte Fahrzeuge: Kdow, MTF 2, MTF 3, TLF 20/45, HLF 16/20, ELW 2
Weitere Anwesende: ELW 2 Gruppe, DRK OV Lampertheim, Ordnungsamt, Polizei, Kampfmittelräumdienst, Berufsfeuerwehr Ludwigshafen, Werkfeuerwehr BASF Ludwigshafen, Werkfeuerwehr BASF Lampertheim, Bürgermeister

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