84 Aktive 264-mal im Einsatz

200 Gutschalk   05.03.2015 Lampertheim Jahreshauptversammlung Feuerwehr Lampertheim-Mitte, JHVLAMPERTHEIM. Wer dem Wehrleiter der Lampertheimer Feuerwehr Mitte, Ralf Reiber, an diesem Abend im Technischen Zentrum bei der Jahreshauptversammlung aufmerksam zuhörte, konnte viel Positives vernehmen. Von 84 aktiven Mitgliedern wusste Reiber zu berichten, die im vergangenen Jahr 264 Einsätze meisterten und dabei 3716 Stunden Dienst leisteten.

Die Begleitung der kontrollierten Sprengung einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg durch den Kampfmittelräumdienst im Juni gehörte ebenso zu den besonderen Einsätzen wie der Brand in einem Hochhaus im Mai und der Einsatz-Marathon beim Sommersturm im August, bei dem die drei Lampertheimer Feuerwehren allein in 48 Stunden ganze 136 Einsätze fuhren und bewältigten.

Dazu kamen gemeinsame Übungen mit den Stadtteilfeuerwehren Hüttenfeld und Hofheim, die Übernahme des neuen Einsatzleitwagens im Oktober, der Einsatz der digitalen Funktechnik und der Komfort, über eine Jugend zu verfügen, die nicht nur regelmäßig an Mitgliedern zunimmt, sondern viele Mitglieder in die Aktiven-Teams der Wehr führt. All das lässt auf den ersten Blick kaum Wünsche offen. Doch Ralf Reibers forderte die Mitglieder auf, sich bei Ausbildungslehrgängen noch stärker einzubringen und die bestehende Last damit auf mehrere Schultern zu verteilen.

Investitionen nötig

Wegen eines akuten Motorschadens fiel der Feuerwehr ein Mehrzweckboot für mehrere Monate aus. Auch am Schlauchturm seien Sanierungsarbeiten dringend notwendig, machte Reiber deutlich. Der vollständige Austausch eines Tanklöschfahrzeugs, Baujahr 1989, stehe an, und auch mit dem Platz habe die Wehr zu kämpfen. “Bereits heute müssen zwei Abrollbehälter der Feuerwehr buchstäblich unter der Brücke schlafen”, sagte der Wehrleiter und ließ nicht unerwähnt, dass der laufende Betrieb nur wegen des großen Engagements der Gerätewarte hinsichtlich Materialpflege und -instandsetzung möglich sei.

All dies seien Punkte, die den Ehrenamtlichen die Arbeit nicht eben erleichterten – zumal Stadtbrandinspektor Klaus Reiber in seinem Bericht auch das steigende Bedrohungspotenzial durch Gefahrstoffarbeiten, Industrietransporte und Pflegeeinrichtungen nannte. “Das ist ein Engagement, das höchsten Respekt und Anerkennung verdient. Man würde sich wünschen, dass das öfter mal direkt rüberkäme”, so Klaus Reiber.

Dann war Bürgermeister Gottfried Störmer mit den Beförderungen an der Reihe. Er würdigte den Einsatz als “wichtigen, oft auch harten Dienst, der für die Stadt von großer Bedeutung ist.” Die Frage, ob die Feuerwehr von der Freifläche zwischen Brücke und Technischem Zentrum einen Teil in Anspruch nehmen können wird, beantwortete er: “Wir befinden uns da in konstruktiven Gesprächen, aber goldene Wasserhähne wird es keine geben”.

© Südhessen Morgen, Samstag, 07.03.2015

Beförderungen:

Feuerwehrmannanwärter: Michael Reiber, Luca Rosenberg, Christian Bienefeld, Matthias Cring, Tom Schäfer

Feuerwehrmann: Dominik Heller

Oberfeuerwehrmann: Eric Friedrich, Adrian Zähringer

Hauptfeuerwehrmann: Markus Hörner, Markus Rothe

Oberlöschmeister: Alexander Neumann

Text: Südhessen Morgen

Bilder: Thorsten Gutschalk

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