Kleine “Übung” mit den “Feuerflitzmäusen”

HOFHEIM – Am 16. März war es wieder soweit: Bei wunderbarem Frühlingswetter, Sonnenschein und angenehmen Temperaturen haben wir die “Freiluftsaison” für unsere Feuerflitzmäuse eröffnet. Analog zu der Großübung der aktiven Wehren aus Hofheim, Lampertheim und Hüttenfeld wollten auch wir die diesjährige Übungs- und Freiluftsaison feuerwehrgemäß mit einer Übung eröffnen – aber natürlich alles ein wenig im kleineren Maßstab und natürlich kindgerecht.

Die Idee hinter diesem Thema war die Erkenntnis, dass die Feuerwehrwehren nicht nur Feuer löschen, sondern eben auch Hilfe leisten – man kennt ja den Slogan “Retten, löschen, bergen, schützen”. Und daher haben wir uns daran gemacht, auch mal einige Elemente dessen einfließen zu lassen, was die “Großen” in der Jugendfeuerwehr und der Einsatzabteilung als “Technische Hilfeleistung” kennen.

Dazu wurden vier Stationen erdacht und von uns besetzt: Eine Station hatte den Klassiker schlechthin im Programm: Jedes Bilderbuch, jede Kindergeschichte, die sich mit der Feuerwehr beschäftigt, hat die Rettung einer Katze von einem Baum zum Thema. Hier durften die Kinder mit einer Klappleiter eine (Plüsch-)Katze von einem Baum am Feuerwehrspielplatz retten. Hier wurde nicht nur rein feuerwehrtechnisch das Vornehmen und das Besteigen der Klappleiter geübt, sondern auch den Kindern Gelegenheit gegeben, sich mal wieder draußen zu bewegen. Hier muss man erwähnen, dass die Motivation, eine Katze zu retten (und sei sie nur aus Plüsch…), sogar einem unserer Kinder geholfen hat, die Höhenangst zu überwinden und sich mit Hilfe unserer Ausbilderinnen Steffi Bär und Tanja Schneider an den Aufstieg auf der Leiter zu wagen.

Bei der zweiten Station, an der Denise Arnold die Betreuung übernommen hatte, galt es, einen Tiefbauunfall zu bearbeiten – ein Dummy durfte die Darstellung eines Bauarbeiters, dessen Beine unter einer “Rohrleitung” eingeklemmt waren, übernehmen. Hier sollten die Kinder als kleine Gruppe zuerst überlegen, wie man dem Verunglückten helfen konnte und dann die Rettung einleiten. Dies gelang allen vier Gruppen sehr gut – und da hier weniger schweres Gerät, sondern das behutsame “Ausbuddeln” per Hand gefragt war, hatten alle Kinder auch an der Lösung ihren Spaß.

Station 3 war die aufwändigste Station, bei der die Kinder wiederum mit einem Szenario konfrontiert wurden, bei dem jemand unter einer schweren Last gefangen wurde. Hier war wieder ein Dummy die Hauptperson, deren Beine unter einem Leiterteil (welches für das Szenario die Rolle eines Stahlträgers übernommen hatte), gefangen war. Da sich diese Station in der Fahrzeughalle befand, war die Lösung “Ausgraben”, wie bei Station 2, leider nicht verfügbar – aber dafür durften die Kinder hier sehen, wie man mit einem Hebekissen (quasi einem besonders stabilen “Luftballons”, der mittels Pressluft aufgeblasen wird und somit die Last heben kann) Menschen aus einer solchen Lage befreien kann. Hier konnten Paul Helbig und Lukas Lösch den Kindern zeigen, wie so etwas im realen Einsatz vorgenommen wird.

Bei Station 4, die ich betreute, wurde es knifflig: Hier war die Aufgabe, einen Becher aus einem Teich voller bissiger Fische herauszuangeln, ohne in diesen Teich hineinzutreten oder ohne ihn mit den Händen anzufassen. Da die Feuerwehr ja immer große “rollende Werkzeugkästen” (wie unser LF 16/12 oder wie der Rüstwagen RW 1 der Lampertheimer Kameraden) dabei hat, war natürlich auch ein wenig Material, das die Aufgabe erleichterte, zur Verfügung. Wir haben uns dann darauf geeinigt, den Teich mit den bissigen Flossentieren mittels einer Leiter zu überbrücken und den Becher dann mit einem Feuerwehrbeil aus dem Teich zu angeln – und auch hier hat man gemerkt, wie sehr sich unsere Kinder mit Hilfe kleiner Herausforderungen Mühe geben und Ängste überwinden: Auch hier durfte ich es erleben, dass eins unserer Kinder, welches eigentlich Angst vor dem Balancieren auf der Leiter hatte, sich durch unsere Betreuung getraut hat, auch diese Station zu versuchen und natürlich zu meistern – das sind die Momente, die wir als Betreuer genießen, weil sie uns sehr viel Bestätigung und Freude an unserer Arbeit geben.

“Leider” waren dann die anderthalb Stunden schon wieder um und wir durften uns von unserer “Rasselbande” verabschieden. Wir hoffen, dass unsere Dorfrallye am 30.03.15 ebenso Anklang bei den Kindern findet wie diese Stunde, bei der das Feuerwehrtechnische im Vordergrund gestanden hat.

Andreas Schneider

Feuerwehr Lampertheim © 2013