Zu 100 Prozent einsatzbereit

HoLaHü Firma K.I.T (1)FEUERWEHRÜBUNG: Brandschützer aus Lampertheims Stadtteilen üben gemeinsam den Ernstfall

HOFHEIM/RIED – Wie wichtig es ist, dass die Zusammenarbeit der Freiwilligen Feuerwehren (FFW) aus Hofheim, Lampertheim und Hüttenfeld – kurz: „Holahü“ – gut funktioniert, das zeigte im Mai 2014 der Wohnungsbrand im achten Stock eines Hochhauses in der Lampertheimer Schwalbenstraße. Um für den Ernstfall gerüstet zu sein, findet einmal im Jahr eine gemeinsame Übung statt. Am Donnerstag war es wieder so weit. Für alle, die vorgestern Abend angesichts der vier Löschfahrzeuge, Rüstwagen und Drehleiter in Sorge waren, sei hiermit Entwarnung gegeben.

Kurz nach 20 Uhr war bei den Hofheimer Floriansjüngern, die gerade ihre wöchentliche Übung abhielten, der Alarm eingegangen. Ein Brand innerhalb der Halle bei der Firma Keller Ihne + Tesch, Elektro-Wärmetechnik, im Industriegebiet aufgrund eines Unfallgeschehens. Die Zahl der Personen, die sich zu dem Zeitpunkt im Inneren aufhielten, war nicht bekannt.

Für die Feuerwehr gilt ein gesetzliches Zeitlimit, sie muss spätestens zehn Minuten nach der Alarmierung vor Ort sein. Es dauerte genau sieben Minuten, bis die 20 Hofheimer Brandschützer mit zwei Löschfahrzeugen in der Schillerstraße anrückten, vorneweg das Führungsfahrzeug mit Einsatzleiter Patrik Ott. Dieser verschaffte sich auf dem weitläufigen Werksgelände zunächst ein Bild der Lage, der stellvertretende Wehrführer Jürgen Rettig fungierte als Informant. Im Ernstfall könnte das die Person sein, die den Notruf 112 abgesetzt hat.

Wehrführer Dirk Wagner, der für die Übung verantwortlich zeichnete, hatte ein Szenario entworfen, dass die Hofheimer auf keinen Fall alleine stemmen konnten und eine Nachalarmierung von Einsatzkräften notwendig machte: Zwei Autos waren mit voller Wucht zusammengestoßen und gegen die Hallenwand geprallt. In den Fahrzeugen befand sich je eine Person, eine davon eingeklemmt und mit Verdacht auf Wirbelsäulenverletzung, eine dritte lag unter dem Wagen. Der Aufprall hatte auch Auswirkungen für das Halleninnere, wo bekanntlich mit offener Flamme gelötet wird, Folgen: ein Brand mit enormer Rauchentwicklung. „Man sieht schon bei dem Disco-Nebel nichts, wenn es wirklich brennt, ist es noch schlimmer“, erklärte Pressesprecher Andreas Ebeling vorgestern Abend.

Da schließlich alles so realitätsgetreu wie möglich sein sollte wussten auch die Feuerwehren Lampertheim und Hüttenfeld nur, dass eine Einsatzübung stattfindet, Ort und Umstände waren unbekannt. 20 Minuten nach der fiktiven Alarmierung waren auch sie mit jeweils 20 Mann vor Ort, so dass insgesamt 60 Brandschützer an drei Einsatzabschnitten zugange waren. Während Einsatzleiter Patrik Ott Stadtbrandinspektor Klaus Reiber über den Stand der Dinge informierte, hatten die Floriansjünger alle Hände voll zu tun. Zunächst einmal war Menschenrettung angesagt, sowohl für die Trupps mit Atemschutzgeräten, die sich auf allen vieren durch die Halle tasteten und nach Vermissten suchten, wie für die Gruppe, die sich um die Verletzten des Verkehrsunfalls kümmerte und in Folge die Autos stabilisierte und mit hydraulischem Rettungsgerät erst die Tür abnahmen und dann das Dach, um bei Lena Volkert eine patientengerechte Rettung mit Spineboard (Rückenbrett), durchführen zu können.

Die Brandbekämpfung in der Halle erfolgte sowohl im vorderen als auch hinteren Teil, nachdem die drei vermissten Personen (Dummys) geborgen waren. Darüber hinaus wurde die Drehleiter ausgefahren und die Lage von oben begutachtet. „Was hier geleistet wird, geschieht ehrenamtlich“, sagt Andreas Ebeling, der die gemeinsame Übung als gute Möglichkeit ansieht, das Leistungsspektrum der Feuerwehr zu präsentieren.

Nach einer Stunde und zehn Minuten war der Einsatz beendet, Wehrführer Wagner und sein Stellvertreter zeigten sich mit dem Ablauf zufrieden. Heinz Münch, Prokurist bei Keller Ihne + Tesch, erzählte, dass es in der Firma schon einmal gebrannt hat, vor knapp 25 Jahren, damals noch in der Kunigundestraße. Dass sich im Führungsfahrzeug der Hofheimer Feuerwehr ein Lageplan des Betriebes befindet, beruhigt ihn. Seiner Einladung zu einem Imbiss folgten die Kameraden am Donnerstagabend gerne.

Text: Lampertheimer Zeitung, Petra Gahabka, 14.03.2015

Bilder: Tip Verlag Lampertheim, 13.03.2015 / Feuerwehr Hofheim

 

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