034 – Gebäudebrand

Nach einem Wohnhausbrand in der Nacht zum Donnerstag, 9. Juni, in der Hofheimer Steffanstraße bargen die Einsatzkräfte eine leblose Person. Bei dem Verstorbenen handelt es sich mutmaßlich um den 79-jährigen Hauseigentümer. Das zweigeschossige Einfamilienhaus hat durch den Brand erheblichen Schaden davongetragen und ist Einsturzgefährdet. Der Schaden wird auf mindestens 200 000 Euro geschätzt. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei zur Brandursache dauern an.

Um 3.28 Uhr alarmierten Anwohner der Hofheimer Steffanstraße die Feuerwehr. Bereits bei Ankunft der Hofheimer Wehr wenige Minuten später standen Dachstuhl und Obergeschoss des Hauses Nummer 19 in Flammen, sofort begannen die Löscharbeiten. Die etwas später anrückenden Wehrleute aus der Kernstadt unterstützten die Brandbekämpfung unter anderem mittels Drehleiter. „Es war bekannt, dass in dem Haus eine Person wohnt. Wir haben nach ihr gesucht und sie leblos aufgefunden“, erläutert Stadtbrandinspektor Klaus Reiber. Darüber hinaus sei das ganze Gebäude durchsucht und die Energieversorgung abgestellt worden. Bis kurz vor 9 Uhr dauerten die Löscharbeiten an, in der „heißen Phase“ waren 46 Feuerwehrleute im Einsatz. Die Hofheimer Wehr stellte noch Brandwachen bis gegen 12 Uhr. „Das war in unserem Bereich einer der größten Wohnhausbrände seit Jahren“, urteilte Klaus Reiber.

Tagsüber waren einige Hofheimer vor Ort, um sich von der Unglücksstelle ein Bild zu machen. Eine Frau saß im Hof, pausierte von Aufräumarbeiten. Gegenüber der Presse wollte sie sich nicht äußern. Dirk Schrader, direkter Nachbar und von Beruf sogar Brandsachverständiger, erlebte das Feuer und den Einsatz hautnah mit. „Ich hörte in der Nacht Pfiffe, öffnete dann das Fenster, um nachzusehen, was los ist. Da nahm ich ein Knistern unter dem Dach des Nachbarn wahr, es war noch kein Feuer zu sehen. Nach Verständigung der Feuerwehr haben wir die Autos aus dem Hof gefahren und selbst schon mal mit Gartenschläuchen draufgehalten.“

Auch Verena Salomon und ihr Mann, die direkt gegenüber wohnen, wurden in der Nacht wach: „Wir haben Schläge gehört, dachten, es sind Vandalen unterwegs. Draußen sahen wir dann schon die Rauchwolken über dem Haus aufsteigen.“ Ein anderer Nachbar habe noch vorgehabt, in das Haus einzudringen, um nach dem Bewohner zu schauen, doch das sah man doch als zu gefährlich an.

„Nachdem klar war, dass eine Leiche im Gebäude ist, hat uns die Polizei wieder in unser Haus geschickt. Da man ja aber nicht schlafen kann, wenn gegenüber so etwas passiert, haben wir natürlich das Geschehen beobachtet“, so Verena Salomon. Immer wieder sei das Feuer aufgeflammt. „Das ist schon tragisch, wir kannten den Bewohner seit 20 Jahren.“ Dirk Schraders Anwesen hat durch das Unglück leichten Schaden genommen. Die Feuerwehr habe Ziegel in seinen Hof geworfen, wohl um den Brand besser bekämpfen zu können. Der ältere Mann, der im Brandhaus lebte, habe zurückgezogen und alleine gelebt, es sei nicht auszuschließen, dass er sich das Leben nehmen wollte.

Zur eindeutigen Identitätsfeststellung und zur Klärung der Todesursache hat die Staatsanwaltschaft Darmstadt die Obduktion des Mannes beantragt, die am Freitag durchgeführt werden soll.

Einsatznummer: 034
Datum 09.06.2016
Uhrzeit: 03:22 Uhr
Einsatzstelle: Hofheim, Steffanstrasse
Einsatzdauer: 10:00 h
Stichwort: FY1 – Gebäudebrand
Ausgerückte Fahrzeuge: Kdow; StLF 20/25; LF 16/12; GW-L1 HW; MTF 1; MTF 2
Weitere Anwesende: Feuerwehr Lampertheim, Rettungsdienst, OLRD, Polizei

 

Text: Echo Online vom 10.06.2016

Bilder: Rhein Main Presse / Feuerwehr Hofheim

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