Nachwuchskräfte beweisen Routine

JF-GroßübungLAMPERTHEIM. Mit Blaulicht brausen Feuerwehrfahrzeuge den Küblinger Weg entlang. Doch glücklicherweise eilen sie nicht zu einem Notfall, sondern zu einer Großübung des Löschbezirks vier des Kreises Bergstraße. Elf verschiedene Jugendfeuerwehren sind daran beteiligt – von Lampertheim Mitte und Hüttenfeld, dem Ried und Heppenheim. Außerdem das THW aus der Spargelstadt.

Von einem Fahrzeug aus geben der Lampertheimer Einsatzleiter Kevin Reiber und sein Stellvertreter Jannik Roos Anweisungen. Jugendrat Sebastian Herweh ist für die Stationen verantwortlich, an denen die Jugendlichen Aufgaben lösen müssen.
Auf einem Betriebsgelände löschen die Nachwuchskräfte Brände und proben Rettungsmaßnahmen. Erfahrene Feuerwehrmänner geben Tipps und greifen helfend ein. Die Mitglieder der Wehren arbeiten Hand in Hand.
Die verschiedenen Szenarien fordern die Mädchen und Jungen. Sie finden einen Verkehrsunfall mit Schwerverletzten vor. Wenige Meter daneben ist ein Brand ausgebrochen. Zügig und durchdacht gehen die jungen Feuerwehrleute vor. Nur bei schwerem Gerät greifen die Betreuer an den Stationen ein: etwa bei der Handhabung eines Rettungsspreizers.
Bei dem Unfallszenario zeigt der 13-jährige Edwin Schöll aus Heppenheim, wie er im Ernstfall beruhigend auf den Verletzten einreden würde. “Wir müssen einen größeren Zugang zu dem Verunfallten schaffen, damit der Notarzt lebensrettende Maßnahmen durchführen kann”, erklärt Markus Sterz, der Maschinist der Freiwilligen Feuerwehr Heppenheim. Dann erreicht die THW-Jugend Lampertheim die Unfallstelle und hilft mit hydraulischen Rettungsgeräten. “Wir sind mit 20 Personen im Einsatz”, sagt Kevin Weinkauf.
Beim Löschen der Brände vor und in den Hallen des Übungsgeländes zeigen die Teams aus Lampertheim Mitte, Hüttenfeld, Einhausen und Heppenheim, wie routiniert sie mit Löschmitteln umgehen können. “Wir machen eine Riegelstellung, damit die Flammen nicht übergreifen”, erläutern Christina Bitsch und Luca Holz aus Heppenheim, während sie den Wasserschlauch auf das Dach der betroffenen Halle richteten.
“Bei der Großübung finden die Jugendlichen Situationen vor, die sonst nicht geprobt werden können”, erklärt Frank Plenert, Jugendwart der Hüttenfelder Truppe. Erworbenes Wissen fände endlich praktische Anwendung.
Unterdessen staunt Kreisbeigeordneter Fritz Götz, der als Vertretung von Landrat Christian Engelhardt gekommen ist, wie gut die Wehren und das THW ihrer Arbeit koordinieren können.
Auch Lampertheims Bürgermeister Gottfried Störmer lobt den Nachwuchs: “Es ist eine tolle Sache, dass sich die jungen Leute so engagieren. Hoffentlich bleiben sie der Feuerwehr lange erhalten.”

Text : morgenweb

Bilder : Thorsten Gutschalk (Feuerwehr Lampertheim)

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