004 – Unwettereinsatz

HLA_1301_Unwetter_02Anpacken und Aufräumen

Lampertheim. Die Apokalypse hat einen Namen: Egon. Die Prognosen verkündeten wenn nicht das Ende der Welt, so doch eine zumindest extrem besorgniserregende Wetterlage. Die Empfehlung: Wer immer kann, soll am Freitag zu Hause bleiben. Andernfalls mache ihm Sturmtief Egon den Garaus.

Ganz so schlimm hat Egon gestern in Lampertheim aber nicht zugeschlagen. Die beste Nachricht: In der Nacht zum Freitag wurden keinerlei Personenschäden registriert. Allerdings haben die Orkanböen im Gehölz gewütet. Für die Lampertheimer Feuerwehr um Stadtbrandinspektor Klaus Reiber war die Nacht mit dem ersten Alarm um 5.21 Uhr zu Ende. Es folgten bis gestern Vormittag rund ein Dutzend Einsätze. Zeitweise waren bis zu 20 Wehrmänner im Einsatz.

Ein nennenswertes Ereignis hat sich am Freibad zugetragen. Dort wurde die Umzäunung von einem umgestürzten Baum beschädigt. Die Feuerwehr musste den Baum entfernen. Auch in Rosengarten und in Wehrzollhaus wurden Teile von Baumkronen vom Wind weggerissen. An der Forstschule bei Hüttenfeld wurde eine Stromleitung abgetrennt. Hier wurde der Energieversorger verständigt.

Bus flott gemacht

In Rosengarten mussten die Einsatzkräfte zudem einen Bus wieder flott machen, der sich im Morast festgefahren hatte. Ansonsten gab es zahlreiche Straßenpassagen, auf denen die Feuerwehrleute Äste und Zweige wegräumen mussten. In einigen Straßen waren Mülleimer umgekippt. In der Sudetenstraße wunderten sich Nachbarn über Kontoauszüge, die in ihre Gärten geflattert waren, weil der Wind sie aus einem Papiercontainer geblasen hatte. Alles in allem jedoch eine glimpfliche Vorstellung; Stadtbrandinspektor Reiber ist jedenfalls Schlimmeres gewohnt und sprach auf Anfrage des “Südhessen Morgen” gelassen von “Bagatelleinsätzen”.

Auch Lampertheims Forstamtsleiter Ralf Schepp gab gestern Entwarnung. Zwar sei die Schadensermittlung noch in vollem Gang, erklärte Schepp am Vormittag. Doch der erste Eindruck gebe keinen Anlass zu großer Sorge. Die Forstmitarbeiter seien zunächst damit beschäftigt, öffentliche Straßen, die durch Waldgebiete führten, von herumliegenden Ästen und Zweigen zu befreien. Anschließend würden die Baumbestände entlang den Wegen und im Umfeld von Gebäuden kontrolliert. Erst dann würden einzelne Waldflächen begutachtet.

Trauerstimmung herrschte gestern hingegen unter den Vereinsmitgliedern und Helfern im AZ-Vogelpark. Unter den Tieren machte sich Aufregung breit. Sturmtief Egon hatte in der Vereinsanlage In den Böllenruthen verheerend gewütet. Planen zerfetzt, Dächer abgetragen und Mauern zum Einstürzen gebracht. Die Bauteile lagen demoliert im Park verstreut herum. Ein großes Stück Dach hat der Sturm in den Teich geschleudert. “Es sieht grausam aus”, sagte der Vorsitzende Gerhard Hartl tief betroffen: “Abgesehen davon, dass die Schadenbeseitigung viel Geld kostet, ist es erst einmal ein Haufen Arbeit.”

Dass die meisten Planen zerfetzt wurden, sei das kleinere Übel. Das komplette Dach der Greifvogelanlage sei abgetragen worden. “Der Sturm ist regelrecht unter das Dach gefahren und hat es zerstört, mitsamt der Mauer”, erklärte Hartl. Zwei Eulen hätten sich auf und davon gemacht.

“Aber was bleibt uns übrig?”, fragte sich der Vereinsvorsitzende und gab selbst die Antwort: “Anpacken und aufräumen!” Und schon begannen die Helfer mit den ersten Aufräumarbeiten.

© Südhessen Morgen, Samstag, 14.01.2017

Text: Morgenweb.de

BIlder: RMH-Fototeam

Einsatznummer: 004
Datum 13.01.2017
Uhrzeit: 05:21 Uhr
Einsatzstelle: Schwimmbadstraße
Einsatzdauer: 0:48h
Stichwort: H2 – Unwetter / Regen / Sturm
Ausgerückte Fahrzeuge: HLF 20, Kdow
Weitere Anwesende:

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