Weniger Brände, mehr Hilfeleistungen

HLA_2007_BrandHeide_02FEUERWEHR Stadtbrandinspektor Klaus Reiber beobachtet zunehmende Extremwetterlagen

LAMPERTHEIM – Bei Feuerwehr denkt man sofort an Brandbekämpfung. Doch in der Realität werden die Wehren in Lampertheim, Hofheim und Hüttenfeld inzwischen öfter zu verschiedensten Hilfeleistungen, als zum Löschen von Bränden gerufen. Da muss natürlich auch die notwendige technische Ausstattung vorhanden und in einem guten Zustand sein. Stadtbrandinspektor Klaus Reiber hat wie alle an Einsätzen beteiligten Wehrleute Fahrzeuge und Gerätschaften im Blick.

„Früher waren unsere Einsätze zu zwei Dritteln Brandbekämpfung und zu einem Drittel Hilfeleistungen. Das Verhältnis hat sich in den letzten fünf Jahren eher umgekehrt“, urteilt Stadtbrandinspektor Klaus Reiber. Zugenommen hätten beispielsweise extreme Wetterlagen wie Stürme. Beim jüngsten Sturmtief „Egon“ hatte die Lampertheimer Feuerwehr mehrere Einsätze, unter anderem mussten umgestürzte Bäume zersägt, lose Dachziegel eingesammelt und eine herabhängende Stromfreileitung gesichert werden. Sogar einen Bus, der mit der Hinterachse im Straßenbankett feststecken blieb, hatten die Wehrleute zu „befreien“. „Solche Stürme gab es früher nur sporadisch, inzwischen haben wir sie aber einmal im Jahr“, stellt Reiber im Gespräch mit unserer Zeitung fest. Extreme Wetterlagen seien auch sommerliche Hitzeperioden, die die Waldbrandgefahr erhöhen, und Dauerfrost wie aktuell, was zu geplatzten Wasserleitungen führen könne. „Wir hatten jetzt einen solchen Fall in einem nicht bewohnten Haus. Ich rechne nach dem Ende der Frostperiode mit weiteren Fällen geplatzter Wasserleitungen, die derzeit noch nicht bemerkt wurden“, so Reiber.

Die Gesamteinsatzzahlen seien in den vergangenen Jahren etwa gleich geblieben. Noch sei die 2016er Statistik für die drei Lampertheimer Wehren noch nicht ganz ausgewertet, aber es seien insgesamt knapp 300 Einsätze gewesen, davon rund 200 bei der Feuerwehr Mitte. Reiber glaubt nicht, dass die Zahl der Einsätze in Zukunft sinkt, denn die Bevölkerung nehme zu, der Straßenverkehr auch. Immerhin gebe es dank der Rauchmelder weniger Menschen, die durch einen Brand gesundheitlich in Mitleidenschaft gezogen werden.

Um für alle Einsätze gewappnet zu sein, haben die Wehrleute ihre Ausstattung immer im Blick, denn alle Geräte müssen stets funktionsbereit sein. „Wir dürfen in diesem Jahr ein neues Löschfahrzeug bestellen. Das alte Fahrzeug stammt aus dem Jahr 1989. Dieses hat Rost angesetzt, und Ersatzteile sind teilweise nicht mehr lieferbar. Die Technik ist auch nicht mehr zeitgemäß“, berichtet der Stadtbrandinspektor. Im städtischen Haushalt sind 320 000 Euro dafür eingestellt. Bis das geliefert werde, dauere es aber bis 2018. „Es muss europaweit ausgeschrieben werden. Und es gibt Lieferzeiten von zehn bis 18 Monaten, denn es handelt sich um eine Maßanfertigung“, weiß Reiber.

Die Ausstattung sei vorgegeben, doch ein Teil müsse sich an örtlichen Begebenheiten orientieren. „Wir haben einige Außenbezirke mit bescheidener Wasserversorgung, daher brauchen wir einen größtmöglichen Wassertank“, erklärt Reiber. Die Ausstattungskomponenten werden in dem Zug nur teilweise erneuert, denn manches Gerät, was im alten Löschfahrzeug ist, ist noch recht neu. „Was gut ist, behalten wir, denn wir sind sparsam. Aber was nichts mehr taugt, muss ersetzt werden“, so Reiber.

Text: Lampertheimer Zeitung

Bild: RMH-Fototeam

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