Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Freiwillige Feuerwehr Lampertheim

gruppenbild_aktuell_gesamt_1_20120408_1642802465TIP: Herr Reiber, welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie auf die Freiwillige Feuerwehr Lampertheim?

Klaus Reiber: In erster Linie wird der Regelübungsdienst ausgesetzt, um die Infektionsgefahr der Einsatzkräfte auf ein Minimum zu reduzieren. Nur im Alarmierungsfall dürfen diese die Gebäude der Lampertheimer Wehren betreten. Zur Erhaltung der Einsatzbereitschaft ist zusätzlich den Gerätewarten und Unterstützungskräften der Aufenthalt gewährt. Allerdings wird derzeit verstärkt auf die Einhaltung der Infektionsschutzmaßnahmen geachtet. Beim Betreten der Wache sollen die Hände desinfiziert werden und die empfohlenen Abstände zwischen einzelnen Personen sollen eingehalten werden. Letzteres stellt bei Einsätzen eine große Herausforderung dar – insbesondere im Mannschaftsraum der Fahrzeuge.

TIP: Was bedeutet diese Aufenthalts-Einschränkung für die einzelnen Abteilungen?

Reiber: Im Sinne des Funktionserhalts wurden alle regulären Termine und geplanten Veranstaltungen innerhalb des allgemein bekannten Zeitraumes abgesagt oder auf unbestimmte Zeit verschoben. Dies betrifft sowohl die Einsatzabteilung als auch die Kinder- und Jugendfeuerwehr sowie die Alters- und Ehren-Abteilung. Derzeit wird allerdings geprüft, ob wir Unterrichtsmaterialien für die Einsatzabteilung digital zur Verfügung stellen können und ob Unterrichtseinheiten möglicherweise über die neuen Medien durchführbar sind.

TIP: Welches sind in der aktuellen Situation die priorisierten Ziele der Freiwilligen Feuerwehr Lampertheim?

Reiber: Wie immer ist für uns oberste Priorität, die Einsatzbereitschaft sicherzustellen. Die Durchführung von Menschenrettung, des abwehrenden Brandschutzes und der allgemeinen Hilfeleistung müssen gewährleistet werden können. Besonders wichtig sind also der Eigenschutz jedes einzelnen einsatzfähigen Mitgliedes und verantwortungsvolles Handeln. Es gilt Quarantäne-Maßnahmen vorzubeugen. Insofern ist jeder einzelne von uns – gleich der gesamten Bevölkerung – dazu angehalten, sich an die aktuellen Empfehlungen und Maßgaben zu halten.

TIP: Wie gewährleistet die Freiwillige Feuerwehr Lampertheim den Schutz der Einsatzkräfte vor Ansteckung im Einsatzfall?

Reiber: Auch uns fällt es auf, dass die Lieferungen von Schutzbekleidung wie auch von Desinfektionsmittel sich teilweise verzögern oder ausbleiben. Ein gewisser Bestand an Schutzausrüstung ist jedoch grundsätzlich vorhanden. Fürs Erste sind wir also mit leichten Schutzanzügen, Atemmasken, Schutzbrillen und Gummihandschuhen versorgt. Letztlich stellt aber auch das einsatztechnisch korrekte Vorgehen sicher, dass unsere eigenen Leute geschützt sind.

TIP: Gibt es in Lampertheim bereist Einsätze, die aufgrund der Corona-Pandemie anders als sonst verlaufen sind?

Reiber: Nein, in Lampertheim hatte die Freiwillige Feuerwehr noch keinen solchen Fall zu verzeichnen.

TIP: Wie kann in dieser Situation jeder Einzelne die Arbeit der Einsatzkräfte unterstützen?

Reiber: Jeder kann – unabhängig von dieser speziellen Situation – seinen Beitrag leisten. Rauchmelder, beispielsweise, sorgen für den Eigenschutz, sodass sich Menschen rechtzeitig in Sicherheit bringen können und auch dass entstehende Brände durch die Feuerwehr schnell bekämpft werden können.
Aber auch das Zeigen von Verständnis für beim Einsatz entstehende Unannehmlichkeiten hilft uns. Dies betrifft Straßensperrungen genauso wie Einsätze in der Nacht.
Wer möchte, kann natürlich auch unserem Feuerwehrverein beitreten und dadurch seinen Anteil beitragen. Der Einzelne reißt es nicht raus, aber die Summe macht es! (schmunzelt)

TIP: Wie lautet Ihr Rat an die Bevölkerung?

Reiber: Respektvolle Aufmerksamkeit ist wohl das Gebot der Stunde. Wir müssen überlegen, was wir tun und uns der Konsequenzen bewusst sein. Wir sollten Verständnis für die angeordneten Maßnahmen zeigen und die allgemeinen Ratschläge befolgen, damit wir uns nicht unnötig einer Gefahr aussetzen. Wenn sich jeder daran hält, haben wir sehr viel gewonnen!

TIP: Vielen Dank, Herr Reiber!

Text: TIP-Verlag

Bilder: Feuerwehr Lampertheim

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