Feuerwehr Lampertheim-Hüttenfeld übergibt Einsatzfahrzeug an Kameraden im Ahrtal

Am 15. Januar, ziemlich genau ein halbes Jahr nach der verheerenden Flutkatastrophe im Ahrtal, machten sich Stadtbrandinspektor Sven Gleißner, Wehrführer Thorsten Schröder und Martin Fleig von der Feuerwehr Hüttenfeld auf den Weg nach Dernau, um der dortigen Wehr einen gut erhaltenen Feuerwehr-PKW zu übergeben. Begleitet wurden sie von Thomas Ehret, der zusammen mit dem Hilfsverein „Gemeinsam Helfen wir Deutschland e.V.“ noch einen Privat-PKW für eine junge Familie mit Frühchen im Gepäck hatte. Für Ehret als Helfer der ersten Stunde im Ahrtal waren es bereits die Fahrzeuge Nummer sieben und acht, die er durch sein hohes Engagement dorthin vermitteln konnte.

Nach einer etwa zweistündigen Anfahrt erreichte die Delegation das Ahrtal. Auf den letzten etwa sieben Kilometern von Ahrweiler nach Dernau konnten sich die Hüttenfelder ein Bild über die immensen Zerstörungen machen, die die Flut angerichtet hatte. In Dernau angekommen wurden sie vom dortigen Wehrführer Christian Schrading, dem zweiten Wehrführer Pierre Sebastian sowie von Nicky und Sven Vierroth vom Verein „Geminsam Helfen wir Deutschland e.V.“ empfangen.

Im Anschluss berichteten sie ausführlich über die Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021, aber auch über die sechs sehr schweren Monate danach. Von den 38 Feuerwehr-Kameraden*innen kamen leider zwei in dieser Nacht durch die Flut ums Leben. Insgesamt waren 34 Feuerwehrangehörige selbst von den Flutschäden betroffen. Da auch das Feuerwehrhaus über zwei Meter im Wasser stand, zeigte sich die Feuerwehr Dernau sehr dankbar, dass sich so viele ehrenamtliche Helfer*innen aus den Nachbarwehren und Freiwillige bereit erklärt haben, die „Wache“ wieder aufzubauen. Pierre Sebastian hatte etwas mehr Glück, da sein Haus hoch genug stand. Er hat nicht nur die Planung für die Renovierungsarbeiten übernommen, sondern privat auch einen erheblichen Geldbetrag bereitgestellt, um die Materialien für den Wiederaufbau zu finanzieren.

Die Abordnung der Feuerwehr Hüttenfeld hatte im weiteren Verlauf noch die Möglichkeit, mit einigen Anwohnern ins Gespräch zu kommen. Als Fazit war immer wieder zu hören: Ohne die überwältigende ehrenamtliche Hilfe und die privaten Spenden wäre das Tal noch nicht so weit wieder hergestellt, wie es heuer ist.

Allerdings wird es noch Jahre dauern, bis das gesamte Gebiet wieder im alten Glanz erstrahlt. Hierzu bedarf es auch weiterhin sehr viel ehrenamtliche wie auch finanzielle Hilfe. Ein nächster Besuch ist für den März geplant. Dann möchte die Feuerwehr Hüttenfeld den Aufbau einer Versorgungsstation unterstützen. Dort soll den Helfern und Anwohnern Essen und Getränke angeboten werden. Weiterhin soll die Station als sozialer Treffpunkt dienen. mf

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